GEGEN DAS VERGESSEN!
umbau und neugestaltung des dokumentationszentrums der euthanasie gedenkstätte lüneburg
um die verbindung herzustellen, musste ein wanddurchbruch in der ca. 115 cm starken, massiven aussenwand des wasserturms erstellt werden, einhausung und eine glasdecke trennen das ergeschoss des turms aus energetischen gründen vom rest des turms ab.
die gesamte haustechnik wurde erweitert und ersetzt, räume umgebaut und die oberflächen erneuert.
weiterhin haben wir in fußboden- und wandflächen "historische fenster“ geschaffen, die die ursprüngliche, bauzeitliche gestaltung zeigen (an den wandflächen mit unterstützung der restauratorin petra novotny).
die leistungphasen 1-8 hat unsere unglaublich engagierte bauherrnvertreterin und gedenkstättenleiterin dr. carola rudnick an uns übertragen.
frau dr. rudnick hat mit ihrem team die ausstellung erarbeitet und mit den ausstellungsgestaltern von hinZ & KunST | kleineberg | cogneus design umgesetzt.
wir können jedem nur ans herz legen sich die ausstellung anzuschauen und dieses dunkle kapitel in lüneburgs geschichte zu erfahren!
wir sind dankbar an diesem wichtigen projekt mitgearbeitet haben zu dürfen! grade in zeiten in denen die „neue rechte“ erstarkt gilt es aufzuklären und zu zeigen zu welchem grauen populismus, hass und hetze führen können.
besuchen sie die seiten der euthanasie-gedenkstätte lüneburg.
öffnungszeiten: do. und fr. 12.00h - 18.00h
sa. und so. 11.00h - 17.00h.
die ausstellung ist kostenlos.
sanierung jüd. trauerhalle in lüneburg 2024
die jüdische trauerhalle auf dem lüneburger friedhof wurde ab 2023 umfassend saniert, initiiert durch die stadt lüneburg, den landesverband der jüdischen gemeinden von niedersachsen und die gesellschaft für christlich-jüdische zusammenarbeit e.v. das gemeinsame ziel: die rettung des denkmalgeschützten gebäudes, das als ort der trauer und erinnerung eine zentrale rolle im jüdischen leben einnahm und dessen erhalt seit langem überfällig war. der erste schritt dieser initiative wurde durch fördermittel und spenden ermöglicht und zielte auf die umfassende sanierung der seit jahrzehnten verwahrlosten trauerhalle ab.
die im jahr 1912 vom lüneburger architekten franz krüger erbaute halle, ein schlichter eingeschossiger massivbau mit ziegelverblendung und natursteinelementen, befand sich in einem desolaten zustand. während der ns-zeit massiv geschändet, wurden jüdische symbole zerstört, fenster vermauert und das innere weitgehend verwüstet. in den letzten jahrzehnten führten der ungeschützte verfall und mangelnde instandhaltung zu schweren schäden: gebrochene dachziegel führten zu feuchtigkeitseintritt, dachrinnen waren stark korrodiert, und die fundamente wiesen setzungen auf. auch der terrazzoboden, die eingangstüren sowie die fenster waren stark beschädigt, was dem gebäude einen verlassenen und unwürdigen eindruck verlieh.
im rahmen der sanierung wurden umfassende maßnahmen umgesetzt, die den historischen charakter des gebäudes aufleben lassen. die dacheindeckung wurde partiell erneuert, das rosettenfenster an der westseite wurde originalgetreu ersetzt und neue dachrinnen und fallrohre installiert, um das gebäude dauerhaft vor feuchtigkeit zu schützen. die alten holzfenster und türen wurden anhand historischer fotografien rekonstruiert, um das ursprüngliche erscheinungsbild der trauerhalle zu bewahren. auch die zweiflügelige toranlage wurde sorgsam aufgearbeitet und zwischen neuen pfeilern wieder eingebaut; ergänzend entstand eine neue besucherpforte mit detaillierter gestaltung.
im innenbereich wurden moderne elektroinstallationen und eine sockelheizung eingebaut, um eine grundtemperierung sicherzustellen. der terrazzoboden, der durch abnutzung stark in mitleidenschaft gezogen war, wurde aufwendig restauriert und partiell ersetzt. sämtliche arbeiten wurden mit regionalen handwerksbetrieben und in enger abstimmung mit den denkmalschutzbehörden ausgeführt, wobei ein besonderer fokus auf nachhaltige und ressourcenschonende verfahren gelegt wurde.
zum „tag der architektur 2024“ wird die trauerhalle der öffentlichkeit vorgestellt und als beispiel denkmalgerechter sanierung präsentiert. das projekt zeigt, wie wichtig der bewusste umgang mit historischen orten und ihre einbindung in das kulturelle gedächtnis sind.
info: lp 3-8 - planungs- und umsetzungsteam hsr: gunnar schulze, camillo dimai
altes gärtnerhaus / seminarhaus der euthanasie gedenkstätte lüneburg
das gärtnerhaus ist das letzte gebäude der ehemaligen kaiserlichen baumschule auf dem gelände des psychatrischen klinikums lüneburg (pkl) und datiert aus dem jahr 1832.
das baudenkmal war nach an der errichtung des klinikums zunächst teil der gärtnerei und wurde später als wohnhaus genutzt. nach einem gut 30’ig jährigen dornröschenschlaf ohne eine nutzung wurde das kleine fachwerkhaus zum seminarhaus der „euthansiegedenkstätte lüneburg“ (https://www.pk.lueneburg.de/gedenkstaette/) umgebaut. zuvor mussten jedoch die massiven schäden am fachwerk und den teils lehmausgefachten wänden behoben werden. ein starker befall durch den gescheckten nagekäfer machte eine wärmebehandlung des gesamten gebäudes notwendig.
nach der wiederherstellung des geschädigten fachwerks wurden die ausfachungen der innen- und außenwände mit alten und neuen klosterformat- bzw. lehmsteinen erstellt. eine deutliche energetische verbesserung wurde durch die dämmung des daches mit holzwolle, dem einbau von kasten-doppelfenstern und einem 10-12 cm starken leichtlehmputz an der innenseite der außenwände erreicht, ohne dabei die historische erscheinung wesentlich zu beeinflussen oder die baustoffe grundlegend zu verändern. die bauarbeiten begann im frühjahr 2019 und endeten im juli 2020 vor der inbetriebnahme im august. das gebäude bietet jetzt zwei vortragsräume von denen sich der größere mit einer mobilen trennwand teilen lässt, ein bildungsarchiv, ein büro mit archiv, sowie eine teeküche und wc-räume.
neben der zeitgemäßen technischen ausstattung wurde das ergeschoss barrierefrei hergestellt und mit einem geeigneten wc ergänzt.
die maßnahme wurde von zahlreichen förderern wie der pkl, dem landkreis lüneburg, der sparkassenstiftung, der bingo-umweltstiftung, der klosterkammer hannover, der deutschen stiftung denkmalschutz, der reemtsma stiftung und dem arbeitskreis lüneburger altstadt gefördert und seitens der gedenkstätte von frau dr. rudnick und herrn dr. stierl begleitet.
© aller o.a. Fotos zum Projekt "altes gärtnerhaus / seminarhaus der euthanasie gedenkstätte lüneburg":
thorsten scherz, thorstenscherz.de
vor der sanierung

